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Mittwoch, 31. August 2011 - 20:32 Uhr
Katzentatzen - Tagebuch eines Hauskaters

Samstag, 02. 01. 2010
Prosit Neujahr… schon wieder ein junges, taufrisches Jahr, wie schön. Natürlich habe auch ich mir, genau wie meine Angestellten, viele gute Ziele überlegt, die ich in den kommenden Monaten durchsetzen werde. Leider kommt ja öfters etwas dazwischen, und es ist aus mit den guten Vorsätzen…schaun wir mal, Miau!
Also, erster Vorsatz: Ich werde nie wieder Fischbowle aus dem Gartenteich trinken, dabei einen Goldfisch verschlucken.
Nie wieder werde ich über die Tastatur des Computers laufen, dabei xgdhieklhmnvfdkohaw …schreiben.
Natürlich werde ich mein vorzügliches, seidenweiches Fell weiterhin pflegen.
Die Sache mit dem Fresschen, die muss besser eingeregelt werden. Weniger ist deutlich mehr. Ab morgen werde ich täglich vor dem Napf aufsagen: „Reiß dich zusammen, du dicker, verwöhnter Kater, heute wird nur die Hälfte gefuttert!“
Ich verspreche nie mehr das Schlafzimmer zu erobern um meinen Angestellten auf dem Kopf herumzutrampeln. Zu keiner Zeit werde ich unter das Federbett robben, um bei dem Matrazenhorchdienst zu stören, und dabei gleichzeitig überall meine Haare zurücklassen.
Mit der ollen Fellnase von nebenan versuche ich mich anzufreunden, nicht immer zu prügeln bis die Haare fliegen.
Alle Flattertiere in unserem Garten werde ich nur noch beobachten, nie wieder nicht an ihnen herumkauen.
Versuchen werde ich auf alle Fälle dichter am Esstisch zu sitzen, um zu beobachten, was mein Personal so reinschaufelt.
Ja, in diesem Jahr wird alles anders, keine dumme Gedanken mehr, das Leben muss sich ändern, sofort, allumfassend. Ganz nach dem Motto „Schlaf dich schön“, „Strecke dich wohlig“, „Atme dich rein“!
Der langen Rede schwacher Sinn: Morgen fange ich an, heute lebe ich noch gesund. Gute Vorsätze sind ja wie Nordseewellen, sie rauschen ran und rauschen, Gott sei Dank, auch wieder ab. Es sind eben die Augenblicke, die zählen. „Ändere dich nie um anderen zu gefallen, sondern lebe lustig, lebe froh, wie die Katz im Haferstroh.“

Freitag, 15. 01. 2010
Die Sache mit meiner Katzentoilette muss ich unbedingt erzählen. Also … heute Morgen bestand meine erste gute Tat dahin gehend, meine Toilette aufzusuchen. Ist ja bekanntermaßen morgens so landesüblich … das Geschäft. Warum ich diese Angelegenheit nicht im Vorgarten erledige? He, schaut mal einer aufs Datum, wir haben Januar. Draußen liegen riesige Schneeberge, es ist knackekalt. Soll ich mich da etwa, wie ein Maulwurf, durch die weiße Pracht wühlen, oder was?! Und wie sieht die Sache mit dem kalten Hinterteil aus? Ich also auf meinem, im Keller versteckten, Katzenklo. Gerade setzte ich mich gemütlich bereit, da plötzlich der Schock. Was ist denn hier los, ich glaub ` ich bin im falschen Film! Was ist das denn für ein Geruch? Völlig unbekannt! Irgendein atemberaubendes Gemisch aus Wasserstoffperoxid, nichtionischen Tensiden, vermischt mit Zitrone. Das erschließt sich mir überhaupt nicht! Ok, meine Haushälterin hat eine Putzphobie, das ist allgemein bekannt. Kommt ja auch ganz gut, so eine saubere Bude. Aber was zu weit geht, geht zu weit. Ist es dringend notwendig, meine Bedürfnisanstalt deshalb bei jedem Putzanfall mit zu schrubben? Ein Katzenklo mit Zitronen - und Chlorgeruch, nee, Leute, wirklich nicht, da hört der Spaß auf. Pech gehabt, Mädchen, wirst schon sehen. Knapp daneben ist auch vorbei! Muss ich mir demgemäß einen anderen Pipiplatz suchen, dann kannst du wieder schrubben, bis der Arzt kommt. Alle reine Nervensache!



Mittwoch, 31. August 2011 - 20:25 Uhr
Hörbuch-Projekt Lebenshilfe Quedlinburg-Harzkreis

Träume nicht dein Leben, lebe

Geschichten von Menschen mit Handycap

Lebensstufen
Meine ersten Lebensstufen waren einfach zu steigen. Ich habe, trotz erheblicher Alkoholprobleme meines Vaters, eine schöne Kindheit verlebt. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort in der Nähe von Quedlinburg. Die erste belastende Stufe in meinem Leben ging ich während meiner Jugendweihe. An diesem Tag fing ich an Alkohol zu trinken. Ich hätte auch weiter meine Lebenstreppe hinauf steigen können, aber es gab zu viele verlockende Stufen, die mich tiefer zogen. Der Konsum von Alkohol schlich sich langsam in mein Leben. Es fing harmlos mit kleinen Getränken an, entwickelte sich schnell zur täglichen Sucht. Schon am frühen Morgen trank ich Bier und Schnaps. Tatsächlich habe ich mich fast nur noch vom Trinken ernährt, kaum noch normale Nahrung zu mir genommen. Das Geld, um mir Alkohol zu kaufen, bekam ich von meiner Mutter, da ich selbst arbeitslos war. In der ersten Zeit konnte ich mir meine Trinkration noch allein einkaufen. Später habe ich meine Cousine beauftragt, mir Nachschub zu besorgen, da ich nicht mehr fähig war einkaufen zu gehen. In meiner Familie fand ich keine Hilfe oder Unterstützung. Auf dieser Lebensstufe blieb ich einfach sitzen. Das war nicht immer einfach, denn das Leben ging an mir vorbei. Ich machte mich ganz klein, zog mich immer mehr zurück, um nicht von meinen Stufen herabgeschubst zu werden. Meine Mitmenschen schauten mich mitleidig an. Folgen konnte ich ihnen nicht, musste ständig weiter trinken, hatte keinen Mut aufzustehen um mein Leben zu ändern. Ich hatte mich für bequemere, verführerische Stufen entschieden, die des Alkoholismus. Meine Stufen wurden morsch, führten mich ins Dunkle. Im Alkoholrausch stürzte ich, zog mir einen doppelten Knöchelbruch zu. Das brachte mich in den Rollstuhl, so weit war es mit mir gekommen. Während dieser Zeit verstarb meine Mutter, ein großer Verlust für mich. Zu ihrer Beerdigung fuhr ich im Rollstuhl an das offene Grab, dabei habe mich schrecklich geschämt.....

Mittwoch, 14. April 2010 - 17:40 Uhr
Delia - Kurzgeschichte

Leseprobe

Liebeswerben

Seit den frühen Morgenstunden fällt der Regen lautlos aus den dichten, dunklen Wolken. Ein trüber Tag, Stunde um Stunde fallen die Tropfen auf die graue Stadt, auf das nasse Pflaster, bilden schillernde Wasserpfützen. Der Regen drückt auf die Stimmung, trommelt auf Dächer, bildet graue Schleier vor den Fenstern. Der Tag soll wohl nicht mehr schön werden.
Der ankommende Stadtbus rollt langsam durch die Wasserpfützen heran. Zögernd und müde steigt sie aus dem Bus, der fast vor ihrer Haustür anhält. Sofort fasst der Wind unter den aufgeklappten Regenschirm und fächelte an den schmalen Streben. Sie schlägt den Mantelkragen hoch, zieht die Schultern nach vorn und strebt zügig, einige Pfützen überspringend, dem Hauseingang zu. Noch im Gehen sucht ihre Hand in der Handtasche den Haustürschlüssel.
Heute, am Montag, war es wieder ein langer, schwerer Arbeitstag. Nun noch schnell der Gang zum Postkasten, dann steigt sie die vielen Stufen in die fünfte Etage hinauf, in ihre Wohnung, endlich Feierabend.
Das Spiel beginnt, der Vorhang geht auf. Sie öffnet mit einem kleinen Schlüssel ihren Postkasten, erwartet die üblichen Rechnungen und Werbezeitungen. Heute schaut ein weißer Umschlag, ganz unschuldig, aus den Prospekten hervor. Sie stopft die Werbezettel in die Handtasche und hält den Umschlag nun ganz in der Hand. Es gibt keinen Absender auf der Rückseite, keinen Namen auf der vorderen Seite. Neugierig geworden dreht sie den Umschlag hin und her, er ist fest verklebt.
Während des Treppensteigens, auf den Weg in die fünfte Etage, versucht sie, den Umschlag an einer Ecke zu lösen. So schnell gibt er seinen Inhalt nicht frei. Sie schließt die Wohnungstür auf, stellt die Handtasche ab, wirft die Jacke über einen Stuhl.
Gespannt reißt sie den Umschlag auf, ein weißer Briefbogen wird sichtbar. Auseinandergefaltet und glatt gestrichen zeigt sich ist eine kleine, auffallend saubere Handschrift. Ungläubig liest sie die ersten Zeilen. Worte in Gedichtform, Beteuerungen direkt an sie gerichtet....

Dienstag, 12. Januar 2010 - 19:06 Uhr
Schreibfeder.de

Spurensuche

Leseprobe

Fietje

Plötzlich war er einfach da, ist mit seinem Fahrrad in mein kleines Leben gefahren, direkt in mein altes Gefährt, mitten auf dem Gehweg.
Zwei Gesichter schauten sich an, schauten in einen Spiegel. Wir sahen dieselben, nie zu bändigen dunklen Haare, die wirr am Kopf hingen, die braunen Augen, die dunkle Hautfarbe. Wir stellten beide fest: „Du siehst ja fast so aus wie ich?!“ Erstaunen machte sich breit, verbreitete sich im Umkreis. Waren wir irgendwie verwandt, vielleicht Geschwister? Wir rappelten uns hoch und sammelten unsere Fahrräder auf und stellten uns erst einmal vor: „Tach, ich heiß Fietje, eigentlich ja Friedrich Wilhelm, aber alle sagen Fietje zu mir!“
„Tach, und ich heiße Edith und alle sagen Edith zu mir!“
Das war also erst einmal geklärt.
Nach einem kurzen Gespräch verabschiedeten wir uns mit dem Versprechen, der nächste Tag sollte uns gehören. Zu Hause angekommen befragte ich aufgeregt meine Mutter und bat um Aufklärung. Diese löste das Geheimnis. Fietje war mein Cousin, war erst vor kurzer Zeit in unser Dorf gezogen. Aber nicht nur das, er war einige Jahre der Held in meiner Kindheit, mein Retter, mein Kumpan, mein bester Freund. Zwei wilde Gesellen, ein Gedanke … und eine ständige Bedrohung für die Nachbarschaft.
Seit dem Tag des Fahrradzusammenstoßes waren wir schwer auseinander zu bekommen. Es galt das Motto, alles gegen die feindliche Welt, in unseren Fall die Erwachsenenwelt. Beide hatten wir kein vorbildliches Zuhause und Schicksal schweißt bekanntlich zusammen. Objekte unserer kindlichen Übergriffe waren speziell meine Oma und mein Onkel. Damals lebte unsere Familie auf kleinen Raum, unter einem Dach, eng zusammen. Das führte wiederkehrend zu verschieden Streitigkeiten....

Dienstag, 12. Januar 2010 - 18:58 Uhr
Deichradio Schwanewede

Leseprobe

Snack in Kroog:

Twee Norddüütsche, Klaus und Hinni, an Tresen bi Beer un Kööm:

Klaus: „Moin, Moin! “
Hinni: „Moin! “
Klaus: "Wo geiht di dat?”
Hinni: „Na….dat geiht man graad so, un sülms?“
Klaus: „Jo … goot… wat bedripst di dennso?“
Hinni: „Och, hör doch op … Arger to Huus!“
Klaus: „To Huus … Arger … wo kann dat angohn… mit keen dennso?“
Hinni: „ Mit mien Fruu Else!“
Klaus: „Mit Else … worüm dennso … de is doch sünst ganz nett!“
Hinni: „Un allns manbloots vunwegen de Brummelbeern, de schall sik doch freien , dat de weg sünd!“
Klaus: „ Vunwegen de Brummelbeern ... wat`n för Brummelbeern?“
Hinni: „Minsch, de ut mien Goorn, achtern an`n Tuun, na Maiers röber!“
Pause………….
Klaus: „Na Maiers, de Brummelbeern … un worüm?“
Hinni: „Na, vunwegen den Snaps!“
Klaus: „Wat`n förn Snaps … geevt dat een?“ .......

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